22.03.2007  Öffentliches Wirtschaftsrecht • Allgemeines Wirtschaftsrecht und Konfliktlösung • Rechtsprechung • 

FAQ zum Thema Whistleblowing

Was ist Whistleblowing? Whistleblowing (= die Pfeife blasen) bedeutet Alarm schlagen hinsichtlich eines illegalen, regelwidrigen und/oder unethischen Verhaltens. Dabei richtet sich das klassische Whistleblowing an Behörden, Medien oder die Öffentlichkeit.

Vorliegend ist gemeint, dass der Alarm bei einem Ansprechpartner des Unternehmens selbst ankommt und hierbei ein Schutz des lauteren Informanten gewährleistet wird.

Reduziert Whistleblowing Korruption?

Ja, Whistleblowing erhöht zunächst schlicht die Entdeckungsquote von Missständen, da der institutionalisierte Schutz eines Informanten dessen persönliche Risiken und damit dessen Hemmschwelle senkt. Die höhere Wahrscheinlichkeit der Entdeckung schreckt den potentiellen Kriminellen ab. Zudem wird er frühzeitiger entdeckt, womit weitere Taten verhindert werden.

Fördert Whistleblowing Denunziantentum?

Nein, wenn mit dem Informanten und den Informationen professionell nach klar definierten Regeln umgegangen wird. Verwertungsverbote können ebenso helfen, wie die klare Beschränkung des geschützten Whistleblowing auf bestimmte schwerwiegende Verstöße (Korruption, Bilanzmanipulation, Untreue). Erfahrungsgemäß sinkt die Neigung zum Denunzieren, wenn der Ansprechpartner nicht Mitarbeiter des Unternehmens ist.

Wie kann Whistleblowing ausgestaltet werden?

  • Meldungen können an unabhängige interne Stelle ohne Disziplinarfunktion gehen (z. B. Compliance-Abteilung)
  • Meldungen können an externen Anwalt gehen
  • Meldungen können auch anonymisiert entgegen genommen werden (z. B. über spezielle e-mail-Leitung)