24.11.2006  Geistiges Eigentum, Medien und Informationstechnologie • Rechtsprechung • 

Vermutlich weltweit größte Menge an gefälschten Markenartikeln in Hamburg entdeckt

Der Zoll am Hamburger Hafen entdeckte in 117 Containern gefälschte Markenartikel. Im Original hätten die Plagiate einen Gegenwert von mehr als 383 Millionen Euro gehabt. Unter den gefälschten Waren befinden sich über eine Million Paar gefälschter Sportschuhe, z.B. der Marken Nike, Adidas oder Puma, sowie weitere etwa 34.000 Paar Schuhe, ca. 77.000 Stück gefälschte Uhren, ca. 1.400 Plagiat-Spielzeuge sowie nahezu 124.000 Stück gefälschte Textilien.

Dieser Rekordfund fiel besonders ins Gewicht. Bekannt war jedoch schon vorher, dass immer mehr gefälschte Markenartikel nach Deutschland gelangen. Laut Zollkriminalamt (ZKA) stellten deutsche Zollfahnder im Jahr 2006 fast doppelt so viele gefälschte Produkte sicher wie im Vorjahr 2005. Waren es 2005 noch Plagiate im Gesamtwert von 214 Millionen Euro, so stieg die Zahl und damit der Wert der beschlagnahmten, gefälschten Produkte 2006 bereits auf über 500 Millionen Euro. 

Ebenso stieg die Zahl der Ermittlungsverfahren im Bereich der Markenpiraterie. Waren es im Jahr 2003 noch 284 Fälle, so zählten die Zollfahnder im Jahr 2005 bereits 512 Verfahren. Im laufenden Jahr 2006 sind es bereits jetzt schon 488 Verfahren, was einem Anstieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 21 Prozent entspricht.

Der Umfang und die Gefahren der Produkt- und Markenpiraterie beschäftigen auch in erheblichem Maße die Bundesregierung. Diese bringt nun zur besseren Durchsetzung von Rechten des geistigen Eigentums einen Gesetzesentwurf auf den Weg.