13.01.2006  M&A, Gesellschafts- und Steuerrecht • Rechtsprechung • 

Neues zur englischen Limited

Das Interesse von deutschen Gewerbetreibenden an der Nutzung der Rechtsform der englischen Limited (Private Limited Company) anstelle der deutschen GmbH ist ungebrochen. Viele der sich daraus ergebenden rechtlichen Fragen, insbesondere nach der Haftung von Gesellschaftern und Geschäftsführern blieben bisher der Erörterung in der Literatur vorbehalten, da die Gerichte noch keine Gelegenheit hatten, sich damit zu beschäftigen.

Dies ändert sich zunehmend und schafft dadurch Rechtssicherheit. So hat der BGH jüngst durch Urteil vom 14.03.2005 (Az. II ZR 5/03) entschieden, die Haftung des Geschäftsführers für rechtsgeschäftliche Verbindlichkeiten in einer gemäß Companies Act 1985 in England gegründeten Private Limited Company mit tatsächlichem Verwaltungssitz in der Bundesrepublik Deutschland richte sich nach dem am Ort ihrer Gründung geltenden Recht, mithin nach englischem Recht. Die im deutschen Recht anwendbare sog. Handelnden-Haftung analog § 11 Abs. 2 GmbHG komme daher nicht zur Anwendung. Eine Entscheidung zu einem weiteren wichtigen Fragenkomplex, nämlich zur Anwendung deutscher insolvenzrechtlicher Normen auf eine englische Limited steht jedoch noch aus und wird durch die genannte Entscheidung auch nicht vorbestimmt.